Pfadfinder leben an der Ostsee Demokratie

Am Samstag den 29. Juli 2017 ging’s um 5:46 Uhr am Bahnhof in Rodenbach los. Nach einer nervenaufreibenden, langen Fahrt mit 45 kleinen und großen Pfadfindern kamen wir noch am Nachmittag an. Für jede Altersgruppe wurde eine Jurte ( Pfadfinderzelt) aufgebaut, zusätzlich noch ein großes Gemeinschaftszelt, wo alle ihren Platz fanden beim Kochen, Essen, Kartenspielen und beim gemeinsamen Singen am Abend. Das Wetter der ersten zwei Tage war extrem wechselhaft und die Nächte waren umso mehr unangenehm durch das durchwachsene Küstenwetter. Am Sonntag stiegen wir langsam in den Lageralltag ein und teilten Kinder wie Leiter in Dienstgruppen für Küchen und Toilettendienste. An dem Tag sind wir auch zum ersten Mal gemeinsam an den circa 10 Minuten zu Fuß entfernten Strand gelaufen. Das Wasser war eiskalt und trotzdem hat es niemanden davon abgehalten eine Runde schwimmen zu gehen. Am Ende von diesem, und jeden anderen Tag, fanden wir uns zusammen im Gemeinschaftszelt am Lagerfeuer ein und trällerten Lieder bis wir müde wurden und in unsere Schlafsäcke schlüpften. Am Montag begann unser großes Lagerprogramm – „Demokratie leben“. Mitbestimmung ist uns bei den Pfadfindern enorm wichtig. Mädchen und Jungen jeden Alters sollen partizipieren. Oft gilt dies nur in Stammesversammlungen und Gruppenstunden, doch diesmal wollten wir unser Sommerlager nach den Wünschen der Kinder und Jugendlichen gestalten. Die Organisation unseres „Lagerparlamentes“ geschah durch zwei Delegierte, die jeweils aus jeder Altersstufe gewählt wurden. Die Delegierten der verschiedenen Stufen : Wölflinge, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover versammelten sich so zusammen mit zwei Leitern in einer offenen Runde und besprachen, was die nächsten Tage unternommen werden soll. Den Kindern standen viele Möglichkeiten offen und so konnten sie den Tagesablauf mit Spielen, Aktion, Workshops, Freizeit und Strandzeit kunterbunt mischen. Die Wahl der Delegierten fand alle drei Tage statt und so konnten wir in drei Legislaturperioden viele Programmpunkte verwirklichen. Ein Highlight des Lagers war unter anderem ein Tagesausflug in das nicht weit entfernte Eckernförde, wo wir eine Bonbonkocherei und eine Eichhörnchenauffangstation besuchten. Natürlich gab es beim Hafenrundgang auch ein Fischbrötchen für den, der wollte. Des weiteren spielten wir „Schlag den Leiter“, in dem Leiter gegen Kinder in verschiedenen, ungewöhnlichen Disziplinen antraten ( die Leiter gewannen sechs zu fünf ). Ein köstliches Promi Dinner und einen zum Schreien komischer Bunter Abend fanden auch ihren Platz im gewählten Programm der Kinder. Der Bunte Abend wird immer als großer Abschluss eines Lagers gesehen. Hier führt der, der möchte etwas auf. Die jüngsten gruppierten sich in zwei Trios, die Zaubertricks und ihre akrobatischen Fähigkeiten der Menge vorführten. Es folgten ein Sketch der Jungpfadfinder und eine romantische Dating-Show der Pfadfinder namens „Herzblatt“. Die Rover zeigten vier junge Mädchen, die sich von Leuten ,die hinter Ihnen saßen füttern, pflegen und schminken ließen. Eine einzige Sauerei aber die Menge weinte vor Gelächter. Der Abschluss bildeten die Leiter, die Feuer speihten und einen Sketch von Monty Phyton vorführten. Eine Beschwerde wegen Ruhestörung bekamen wir doch glatt, als ein junges Mädchen der Jungpfadfinder vor uns allen sang, aber den Jubel und Beifall konnten wir uns in diesem Moment nicht verkneifen! Für den nächsten Tag war Packen angesagt und dann fuhren wir auch am 9. August wieder in die Heimat. Als Fazit können wir sagen, dass das Lager sehr gut gelungen ist und, dass unser Programm gut bei den Kindern und Jugendlichen angekommen ist.