Ein wilder Sommer für die Rover

Diözesan – Rovertörn 2018 – Erfahrungen so voll wie der Lagerraum 
Vom 27.7 auf den 28.7 sind die Rover/innen mit dem Bus, ab Fulda, Richtung Holland gedüst. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt um 0:00 Uhr als unsere 2 Geburtstagskinder Luise und Henner lauthals ein Ständchen geträllert bekamen. Nach dieser schlaflosen Nacht, erreichten die Rover ihr Ziel. Den Hafen von Enkhuizen. Die Vorfreude war deutlich zu spüren, und konnte auch nicht davon gestört werden, dass die 28 köpfige (zukünftige) Crew der Bree Sant, ganze 6 Stunden im Regen ausharren musste. Stellen sie sich ca. 15 Leute unter einem LKW Auflieger vor. Als wir endlich unser Gepäck auf das Schiff verlagern konnten, bekamen wir auch direkt von unserer liebreizenden Matrosin Finnait und unserem Kapitän Jan eine kurze Einweisung, damit wir reibungslos den Hafen verlassen konnten. Mit viel Wind in den Segeln fuhren wir direkt auf hohe See und hatten mit einem ordentlich Wellengang zu kämpfen. Der ein oder andere blaue Fleck von der äußerst schaukeligen Fahrt blieb nicht erspart. Aber echten Pfadfindern macht das selbstverständlich nichts! Zwei Stunden vor geplanter Ankunft, erreichten wir den Hafen von Makkum, wo sich das Küchenteam der Wirtheimer direkt an die Vorbereitung für das Abendessen machte. Währenddessen erkundeten die anderen der Crew das beschauliche Städtchen und vor allem die hervorragenden Sanitäranlagen, bis das 4-Sterne Menü wirtheims gedeckt war. Spagetti mit Tomatensoße. Der restliche Abend wurde gemütlich ausgeklungen und die erste Nacht an Bord brach an.

Um 10:00 legten wir gestärkt vom Frühstück und leicht beschämt vom Spiel „Hey Babe!“ der Morgenrunde, im Hafen Makkums ab und starteten Richtung Terschelling. Dort angekommen entschieden wir uns spontan dazu uns Fahrräder und Tandems zu mieten, um die Insel zu erkunden. Gesagt, getan starteten wir unsere Tour im zarten Niesel zum Strand. Dort angekommen besserte sich das Wetter schnell und es dauerte nicht lange, bis die Ersten ins Meer hüpften oder die Drachen auspackten, um sie steigen zu lassen. Der erlebnisreiche Tag wurde abends zur Überraschung des ein oder anderen, mit einem äußerst leckeren Abendessen, einem großen Topf Chilli con Ananas, vom Küchenteam der Rodenbacher, abgerundet. Die Roverrunde punktete zudem noch bei den Anderen mit ihrer ersten Abendrunde. Rodenbach ist allseits bekannt für ihr einzigartiges Entertainmentprogramm, wozu nun auch ihr ausführlich vorbereiteter „Hessischer Abend“ zählen dürfte. Seit Anreise fiel den anderen schon eine mysteriöse Schatzkiste auf, deren Geheimnis sich an diesem Abend lüftete. Der golderstrahlte Inhalt der Truhe, sorgte für leuchtende Augen. 10 Liter heimischen Ebbelwoi und hausmacher Worscht. Was gibt es nach 1 1/2 Tagen auf hoher See besseres? Die Sehnsucht nach heimischer Kost wurde gestillt.

Für den neuen Tag wurde die Friesische Insel „Ameland“ angesteuert. Nach einer langen Fahrt mit wenig Wind und vielen Robben erreichten wir den Hafen und ein Großeinkauf stand an. Kleingruppen steuerten natürlich wieder direkt einen Fahrradverleih an, um einen zweiten Strandtag zu machen. Am Abend stärkten wir uns mit einem sehr, sehr leckeren Kartoffelgratin der Marburger. Über die legendären Abendrunden Rodenbachs berichteten wir bereits, weshalb ein Turnier im „Buben legen“ wieder mal ein voller Erfolg war und die ein oder anderen am nächsten Morgen wohl heiser aufwachten. Mit ein paar Runden „Flunky Ball“ am Hafen endete der Tag.

Der 31. Juli war der perfekte Tag zum Trockenfallen. Vormittags steckten wir in einer Schlechtwetterfront, was das ‚Seefahrerfeeling’ bestärkte und ein paar der Crew bei strömendem Regen die Segel hissten. War für ein Erlebnis! Bei bestem Wetter am Nachmittag konnten wir ins Wasser hüpfen und Baden bis das Schiff am Abend in 10 cm ‚tiefen‘ Wasser stand. Die Gelegenheit um ein paar schicke Gruppenfotos zu knipsen, bevor die Nacht anbrach und nach einer Stärkung die große „Piratenprüfung und -Party“ anstand. In kniffligen Fragen konnten wir unser Piratenwissen beweisen und wurden mit Bowle belohnt. 

Fit und ausgeschlafen steuerten wir am Mittwoch wieder den Hafen Makkums an. Kurz vor Ankunft konnten wir uns im Sonnenuntergang im Meer abkühlen und unsere äußerst eleganten Turmsprünge vom Schiff aus präsentieren. Mit Nudelvariationen in verschiedenen exotischen Soßen Wirtheims schlugen wir uns die Bäuche voll, damit wir alle gemeinsam eine beschauliche Bar in der Hafenstadt besuchen konnten. Wir machten nette Bekanntschaften und genossen das ein oder andere nordische Bier oder andere Softgetränke.

Eine morgendliche Yogarunde verhalf dem ein oder anderen besser in den frühen Donnerstagmorgen zu starten. Marburg leitete den Tag gleich mit einem Spiel ein, womit wir wohl die ersten Stunden beschäftigt waren. Jeder bekam heimlich verschiedenen Aufgaben oder „Ticks“, wie jeder Person Komplimente für seine Augen zu machen, oder alles zu verneinen. Diese sollten von den Mitspielern erraten werden. So floss das Spiel, welches für viele Lacher sorgte in den Vormittag ein, während wir unser letztes Ziel, den Hafen von Enkhuizen ansteuerten. Da das Wetter wieder prächtig war, legten wir wieder mal einen Stopp zum Baden ein segelten langsam über das Meer. In der Hafenstadt angekommen hatten wir Zeit uns mit Proviant für die kommende Rückreise einzudecken. Am Abend feierten wir in Davids 18. Geburtstag rein und an eine ruhige Nacht war nicht zu denken.

Der letzte Morgen wurde nochmal angepackt, damit wir zügig die „Bree Sant“ klarschiff machen konnten und die Heimreise mit dem Busunternehmen unseres Vertrauens antreten konnten. Nach ca 6 Stunden Fahrt Richtung Fulda, wo eine großartige Woche endete.